Was passiert, wenn systemische Beratung auf Künstliche Intelligenz trifft und wir selbst Teil des Experiments werden?
Am 09. April ist im Springer Verlag ein Fachartikel erschienen, der genau das beschreibt: unseren eigenen Weg bei qoodos im Umgang mit KI. Nadine Schneider und Thilo Leipoldt haben diesen Prozess nicht nur dokumentiert, sondern in seiner ganzen Ambivalenz sichtbar gemacht. Dafür sind wir sehr dankbar.
Was als Tool-Experiment begann, wurde schnell zum Spiegel unserer eigenen Haltung. Nicht die Technologie stand im Mittelpunkt, sondern das, was sie in uns ausgelöst hat: Fragen nach Verantwortung, nach Nähe und Distanz, nach dem, was systemische Beratung im Kern ausmacht.
Ein zentrales Ergebnis: Ethik entsteht nicht im Regelwerk, sondern im Dialog. Die KI-Ethikleitlinien, die wir entwickelt haben, sind kein fixes Set an Vorgaben – sie sind Ausdruck eines kollektiven Reflexionsprozesses. Acht Dilemmata beschreiben Spannungsfelder, die nicht aufgelöst, sondern bewusst gestaltet werden wollen.
Für uns ist dieser Artikel mehr als eine Veröffentlichung. Er ist ein Zwischenstand und eine Einladung zur weiteren Auseinandersetzung mit einer Frage, die weit über uns hinausgeht: Wie können systemische Berater:innen ihre besondere Kompetenz im Umgang mit Ambivalenz, Beziehung und Sinn in die gesellschaftliche Debatte um KI einbringen?
Der Artikel ist Open Access verfügbar: Leipoldt, T., Schneider, N. (2026). Zwischen Algorithmus und Resonanz: Ethische Leitlinien für den KI-Einsatz in der systemischen Organisationsberatung. Organisationsberatung, Supervision, Coaching. Springer Verlag.





